St. Michael in Cleebronn

Schon lange ist der Michaelsberg als „Wächter des Zabergäus“ bekannt. Von ihm aus kann man das gesamte Zabergäu erblicken. Man kann von Ludwigsburg im Süden bis zum Katzenbuckel im Norden, von Burg Lichtenstein im Osten bis zum Spitzberg in Zaberfeld im Westen, das komplette Gebiet überblicken.

Viele Schriftsteller beschrieben den Michaelsberg in ihren Werken. So auch der schwäbische Schriftsteller Hans Reyhing, der den Michaelsberg als „Wächter des Zabergäus“ benennt. Eduard Mörikes „Erzengel Michaels Feder“ handelt vom Michaelsberg und beschreibt dessen Schönheit.

In der Kapuziner-Chronik ist zu lesen, dass die Michaelskirche ursprünglich ein heidnischer Tempel war, der der Göttin Luna gewidmet war. Die Kirche soll im Jahr 700 durch den Frankenkönig Pippino zu einer katholischen Kirche gemacht und dem Erzengel Michael geweiht worden sein.

Erste Ausgrabungen auf dem Michaelsberg gab es in der Amtszeit von Pfarrer Schwarz (1914-1936). In diesem Zuge wurden archäologische Funde entdeckt, die stark vermuten lassen, dass die Michaelskirche auf dem Gebiet eines gallo-römischen Tempels steht.

Der in zahlreichen Schriften verewigte Michaelsberg wird oft als „Herzstück des Zabergäus“ beschrieben. Otto Linck bezeichnet ihn als  „Wächter und Weiser zugleich, aber auch als Mahner, das Heilige und Ewige nicht zu vergessen“.

Das erste Mal wird der Michaelsberg 793 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit hieß er noch „Runingburc“. Durch Schenkung gelangte die Michaelskirche von einer Nonne namens Hildburg an das Kloster Lorsch. In einer bewegten Geschichte von Verpachtungen und Verkäufen gehörte der Michaelsberg zum Erzstift Mainz, später dem Konrad von Magenheim, wiederum später zum Bistum Speyer, bis er an die Adelsfamilie Wöllwarth gelangte, die allerdings protestantisch war. Dadurch hörten im 16. Jahrhundert, die katholischen Gottesdienste auf. Lange Zeit wurde die Kirche vernachlässigt und sich selbst überlassen. Erst nachdem die an Haus Württemberg erloschene Pfandschaft vom Erzstift Mainz 1727 auf Johann Philipp von Stadion übertragen wurde, konnten die Arbeiten an der Kirche wieder aufgenommen werden. Erst nach langen Verhandlungen mit dem protestantischen Württemberg, durften die Messen wieder gehalten werden.

Nach einigen Überlegungen entschied man sich dafür Ordensgeistliche auf dem Michaelsberg anzusiedeln. Durch den zufälligen Umstand der Verwandtschaft eines Amtsmanns mit einem Ordensmann, entschied man sich für den Kapuzinerorden. Daraufhin wurde ein Hospiz für drei Kapuzinerpatres und einen Laienbruder errichtet. Die Kapuziner waren von nun an für alle Belange der Katholiken der Umgebung und für die Gottesdienste in der Michaelskirche zuständig.

Bedeutend ist, dass der Michaelsberg der erste Ort war, an dem der katholischen Glauben in Alt-Württemberg öffentlich ausgeübt werden konnte. Dies wurde zunächst mit großem Misstrauen beäugt, da noch nicht einmal der katholische Herzog öffentlich seinen Glauben ausleben konnte.

1823 verstarben die letzten beiden Kapuzinerpatres und das Hospiz wurde 1959 durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart zu einem Jugendheim umgestaltet und von Bischof Carl Joseph Leiprecht geweiht.

Heute ist an die Michaelskirche ein Jugendhaus als Tagungsstätte angegliedert (www.michaelsberg-cleebronn.de), sowie das Jugendspirituelle Zentrum DerBerg, einer Einrichtung des Bischöflichen Jugendamtes der Diözese Rottenburg-Stuttgart (www.der-berg-online.de).
Freitags, sowie an allen Sonn- und Feiertagen finden Gottesdienste statt. Der Michaelsberg ist ein hoch frequentierter Ort. Zahlreiche Brautpaare geben sich hier im Jahreslauf das Ja-Wort, viele Touristen suchen den Michaelsberg als Aussichtspunkt und Ausflugsziel auf und besuchen zumeist auch die kleine Kirche, schreiben in das ausliegende Fürbittbuch, beten in Stille oder entzünden eine Kerze.

Der Kirchenraum und das Geläut:

Ein kleiner Film gibt einen schönen Einblick in den Kirchenraum und das Geläut der Kirche St. Michael. Sie finden ihn hier. Viel Spaß!